Speicherplatz mieten: Storage Server, Objektspeicher oder Cloud?
Drei sehr verschiedene Dinge tragen denselben Namen, und der Preisunterschied ist groß. Wofür welche Art taugt — und wie viel Sie wirklich brauchen.
"Speicherplatz mieten" kann drei sehr verschiedene Dinge bedeuten, und der Preisunterschied zwischen ihnen ist groß. Wer das Falsche mietet, zahlt entweder das Fünffache oder bekommt etwas, das für seinen Zweck nicht funktioniert.
Die drei Arten, und wofür sie taugen
Objektspeicher (S3 und Ähnliches). Abgerechnet pro gespeichertem Gigabyte plus pro Zugriff. Kein Dateisystem — Daten werden über eine API gelegt und geholt. Ideal für Bilder einer Website, Anwendungs-Backups, Archive, auf die selten zugegriffen wird. Ungeeignet, sobald ein Programm die Daten wie eine normale Festplatte sehen soll.
Storage Server. Ein eigener Server mit großen Platten, auf dem Sie root sind. Ein Dateisystem, SSH, beliebige Software. Der Preis pro Terabyte ist deutlich niedriger als bei Objektspeicher, dafür kümmern Sie sich selbst um RAID, Dateisystem und Updates.
Cloud-Speicher für Endnutzer. Nextcloud-Hosting, Dropbox und Verwandte. Bequem für Menschen, teuer pro Terabyte, und für Server-zu-Server-Aufgaben kaum brauchbar.
Eine grobe Einordnung:
| Objektspeicher | Storage Server | Endnutzer-Cloud | |
|---|---|---|---|
| Zugriff | API | SSH, NFS, SMB | Web, Desktop-App |
| Preis je TB | hoch | niedrig | sehr hoch |
| Verwaltung | keine | Ihre | keine |
| Gut für | Archive, Backups | Backups, Medien, Build-Artefakte | Dokumente von Menschen |
Wie viel Speicherplatz Sie wirklich brauchen
Die häufigste Fehleinschätzung: man rechnet mit der Größe der Daten und vergisst die Kopien.
Die verbreitete Regel ist 3-2-1: drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medien, eine davon außer Haus. Für ein 500-GB-Datenset heißt das nicht 500 GB, sondern eher 1,5 TB über alle Orte hinweg.
Dazu kommt die Aufbewahrung. Tägliche Backups mit 30 Tagen Vorhaltezeit sind nicht 30 volle Kopien — inkrementelle Verfahren speichern nur Änderungen — aber je nach Änderungsrate landen Sie typischerweise beim Zwei- bis Dreifachen der Ursprungsgröße.
Rechnen Sie also so:
Rohdaten × Aufbewahrungsfaktor (2–3) × Anzahl der Standorte
Und planen Sie Wachstum ein. Speicher nachträglich zu vergrößern ist beim Storage Server meist einfach, beim Umzug auf ein anderes System nicht.
SATA oder NVMe — hier ist die Antwort anders
Bei einem Anwendungsserver ist NVMe fast immer die richtige Wahl. Bei einem Speicherserver ist das nicht so.
NVMe kostet ein Vielfaches pro Terabyte. Der Vorteil liegt in der Latenz bei kleinen, verstreuten Zugriffen — genau dem, was ein Archiv nicht tut. Ein Backup schreibt große Blöcke am Stück, ein Medienarchiv liest große Dateien am Stück. Dafür reichen große SATA-Enterprise-Platten aus, und Sie bekommen für dasselbe Geld ein Mehrfaches an Kapazität.
Die Faustregel: NVMe dort, wo eine Datenbank liegt. SATA dort, wo Daten liegen, die selten gelesen werden.
Wenn Sie beides brauchen, ist die übliche Lösung nicht ein teurer Mischserver, sondern zwei Maschinen — eine kleine schnelle für die Anwendung, eine große günstige für die Ablage.
Worauf Sie beim Mieten achten sollten
Ist Traffic inbegriffen? Backups fließen in beide Richtungen. Ein Anbieter mit günstigem Terabyte-Preis, der ausgehenden Traffic separat berechnet, kann am Monatsende teurer sein als einer mit inklusivem Traffic.
Wie ist die Anbindung? Ein Restore ist nur so schnell wie die Leitung. Bei 1 Gbit/s dauert ein Terabyte ungefähr zweieinhalb Stunden — unter Idealbedingungen. Rechnen Sie damit, bevor Sie es im Ernstfall herausfinden.
Wo steht der Server? Für Backups ist geografische Entfernung ein Vorteil, kein Nachteil: Der Sinn der dritten Kopie ist, dass sie einen Ausfall am Hauptstandort überlebt.
Wer macht das RAID? Auf einem Storage Server sind Sie es. Mehrere Platten ohne RAID sind mehrere einzelne Ausfallpunkte, nicht mehr Sicherheit.
Gibt es eine Mindestlaufzeit? Speicherbedarf wächst selten linear. Monatlich kündbar ist mehr wert, als es klingt.
Die uLCloud-Storage-Server
Unsere Storage Server laufen mit großen Enterprise-SATA-Platten, weil das für den Zweck die richtige Technik ist. CPU, RAM und Plattenkapazität wählen Sie selbst; Traffic ist inbegriffen, es gibt keine Einrichtungsgebühr und keine Mindestlaufzeit.
Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie einen Storage Server oder einen normalen VDS brauchen: Geht es um Kapazität, ist es ein Storage Server. Geht es um Geschwindigkeit, ist es ein VDS mit NVMe.